Das Passivhaus: optimaler Wohnkomfort und minimaler Energieverbrauch

Viele Menschen träumen von einem Haus, das einerseits alle Annehmlichkeiten des modernen Wohnens bietet und andererseits völlig energieautark ist. Aber ist das heute überhaupt möglich?

La maison passive : confort optimal et consommation d’énergie minimale

Passivhäuser, wie sie in Luxemburg seit einigen Jahren gebaut werden, ermöglichen es, den Energieverbrauch erheblich zu senken.

Was ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus ist ein Gebäude, das mit dem Ziel konzipiert wurde, den Energiebedarf zu minimieren und gleichzeitig das ganze Jahr über Wohnkomfort zu bieten. Man bezeichnet es als „passiv“, da es durch seine Ausrichtung, Struktur, Wärmedämmung und Abdichtung die Verwendung eines „aktiven“ Heizsystems auf ein Minimum reduziert. Dazu gehört zum Beispiel die Optimierung der Innentemperatur durch die natürliche Sonneneinstrahlung, aber auch durch andere Wärmequellen, wie etwa die Abwärme der Bewohner oder Haushaltsgeräte.

Seine dichte Gebäudehülle, die vom Boden über die Wände bis zum Dach reicht, verhindert Wärmeverluste, die durch eine Heizanlage ausgeglichen werden müssten.

Wie energieeffizient ist ein Passivhaus?

Ein Passivhaus muss folgende Kriterien erfüllen:

  • jährlicher Heizbedarf von höchstens 15 kWh/m2,
  • jährlicher Gesamtenergiebedarf (einschließlich Elektrogeräte) von höchstens 120 kWh/m2.

Passivhäuser entsprechen dem höchsten Energieeffizienzniveau für Gebäude (Energieeffizienzklasse A). Häuser mit niedrigem Energieverbrauch erhalten das Energieeffizienzlabel B  und die Klasse C steht für energieeffiziente Wohnbauten. Die Klasse I steht am Ende der Rangliste.

Gut zu wissen

Laut den im letzten Jahr von den Ministern für Umwelt und Energie veröffentlichten Zahlen, die von einer Bewertung aus dem Jahr 2021 ausgehen, gehören 8,6 % der Einfamilienhäuser im Land der Energieeffizienzklasse A und 12,1 % der Klasse B an. Die am stärksten vertretene Kategorie ist jedoch die Klasse G mit 13 % der Häuser. Auch die Kategorien H (11 %) und I (11,7 %) weisen weiterhin sehr hohe Zahlen auf.

Was sind die Vorteile eines Passivhauses?

  • Geringerer Energieverbrauch. Ein Passivhaus verbraucht 75 % weniger Heizenergie als ein Haus mit geringem Energieverbrauch (Niedrigenergiehaus). Dieser Prozentsatz steigt bei einem Vergleich mit einem traditionell gebauten Haus sogar auf 90 % an. Im Allgemeinen kommen Passivhäuser mit etwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr aus.
  • Angenehmes Wohngefühl. Durch seine Bauweise bietet ein Passivhaus seinen Bewohnern das ganze Jahr über einen optimalen Wohnkomfort. Dank der Wärmedämmung verändert sich die Innentemperatur nur wenig. Der Luftaustausch muss aufgrund der Dichtheit der Wohnstätte durch ein mechanisches Belüftungssystem mit Wärmerückgewinnung erfolgen.
  • Maximaler akustischer Komfort. Die Isolierung schützt Sie vor Lärmbelästigung von außen und trägt so dazu bei, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen.
  • Bewahrung des Gebäudewerts. Die Anforderungen in Bezug auf die Energieeffizienz von Gebäuden verändern sich schnell. Die am wenigsten effizienten Häuser verlieren dabei am schnellsten an Wert.

Welche Nachteile gehen mit einem Passivhaus einher?

Der Hauptnachteil von Passivhäusern sind ihre höheren Anschaffungskosten. Der Preis eines Passivhauses liegt Schätzungen zufolge 20 bis 30 % über dem eines Niedrigenergiehauses. Es ist auch zu beachten, dass die Errichtung eines Passivhauses spezielles Fachwissen erfordert und bei der Planung gewisse Einschränkungen in Bezug auf Standort und Ausrichtung in Kauf genommen werden müssen.

Auf dem Weg zu Plusenergiehäusern?

Im Inneren eines Passivhauses ist der Bedarf an einem Heizsystem begrenzt. Der Wohnkomfort ist gewährleistet, ohne dass zusätzliche Energie benötigt wird. Eine kleine Wärmepumpe beispielsweise kann als Reserve zu bestimmten Zeiten des Jahres eingesetzt werden, um den Warmwasserbedarf zu decken. Es besteht die Möglichkeit, die für diese Anlage benötigte Energie durch eine kleine Photovoltaikanlage zum Eigenverbrauch bereitzustellen. Durch die Installation von thermischen Sonnenkollektoren kann auch der Energieverbrauch im Sanitärbereich begrenzt werden.

Wenn in einem Passivhaus erneuerbare Energien eingesetzt werden, lässt sich dieses auch leicht in ein Plusenergiehaus umwandeln. Mit anderen Worten: Die im Haus erzeugte Energie ist größer als die verbrauchte.

In Anbetracht der sich ändernden Nutzungsgewohnheiten und insbesondere der Verbreitung der Elektromobilität könnte der Strombedarf der Haushalte in Zukunft steigen. Es lohnt sich daher, die Möglichkeit der Nutzung erneuerbarer Energien, vor allen Dingen der Photovoltaik, zu prüfen, um diesen Bedarf zu decken.

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