Warum steigt meine Stromrechnung trotz sinkender Energiepreise?

Prognosen zufolge könnte die Stromrechnung der Luxemburger Haushalte im kommenden Jahr um 30 bis 60 Prozent steigen. Der Anteil, der auf den eigentlichen Strombezug entfällt, soll jedoch sinken. Wie ist dieser Kostenanstieg zu erklären? Die Antwort liegt in der teilweisen Aufhebung der Regierungsmaßnahmen zum Schutz der Verbraucher vor den während der Energiekrise gestiegenen Energie- und Netzpreisen, durch die der Gesamtbetrag der Stromrechnung für Privatkunden auf dem Niveau von 2022 stabilisiert wurde.

Enovos versucht seinerseits durch seine Energieeinkaufspolitik die Auswirkungen der Preisschwankungen langfristig zu begrenzen.

Fakten:

Ab dem 1. Dezember 2024 senkt Enovos die Strompreise. Diese Senkung wirkt sich auf die Rechnung aller Kunden mit einem Vertrag naturstroum home und pro (und nova naturstroum) aus.

Die Regierung hat angekündigt, die Höhe der staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der Strompreise im Jahr 2025 nach unten anzupassen.

Zum 1. Januar 2025 wird die Berechnungsmethode für die Netzentgelte geändert und es ist mit einer Erhöhung zu rechnen.

Diese Erhöhung der Stromrechnung im Jahr 2025 betrifft nur Kunden, die von den staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung des Strompreises profitieren (Kategorie A des Ausgleichsmechanismus, d. h. Verbrauch von weniger als 25.000 kWh/Jahr).

Die Anpassung der staatlichen Maßnahmen zur Stabilisierung des Strompreises erfolgt so, dass der Anstieg der Stromrechnung für die betroffenen Kunden auf 30 % begrenzt wird.

Die Energiemärkte wurden durch eine beispiellose Energiekrise nach der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 erschüttert.

Seit einiger Zeit wird in den Luxemburger Medien viel darüber berichtet, dass die Stromrechnungen der Luxemburger Haushalte ab dem Jahr 2025 steigen werden.

Viele Kunden fragen uns seither nach den Gründen für diese Erhöhung, wo doch die Preise auf den Energiemärkten nach den deutlichen Erhöhungen im Jahr 2022 einen Abwärtstrend zeigen. Es erscheint uns wichtig, die Fakten in den richtigen Zusammenhang zu stellen.

Wie setzt sich der Gesamtbetrag Ihrer Stromrechnung zusammen?

Zunächst setzt sich die Stromrechnung aus mehreren Komponenten zusammen: der verbrauchten Energie, den Kosten für die Netznutzung (Energietransport und Instandhaltung der Infrastruktur des Netzbetreibers) sowie Steuern und Abgaben.

Vor der Energiekrise machten die Energiekosten für Privatkunden durchschnittlich nur 43 % des gesamten Rechnungsbetrags aus. 40 % der Kosten entfielen auf Netzzugang und Netznutzung.

Bei den restlichen 17 % handelte es sich um Steuern und Abgaben.

Zu diesen Steuern und Abgaben gehörte neben der Stromsteuer und der Mehrwertsteuer auch eine Abgabe, die in den Kompensationsmechanismus einfloss. Dieser wurde vom Staat eingerichtet, um Projekte zur Erzeugung erneuerbarer Energien und zur Kraft-Wärme-Kopplung im Rahmen der Bemühungen zur Bekämpfung des Klimawandels zu fördern und zu subventionieren.

Was ist 2022 bei der Energiekrise passiert?

Mit Beginn des Konflikts in der Ukraine im Jahr 2022 sind die Energiepreise auf den Großhandelsmärkten stark angestiegen. Angesichts dieses beispiellosen Preisanstiegs auf den Energiemärkten hat der Luxumburger Staat Maßnahmen ergriffen, um die Haushalte zu schützen.

Strompreis auf dem deutschen Markt (year ahead)

In der Folge wurde eine negative Beteiligung als Kompensationsmechanismus eingeführt, um die Preise für die Kunden dieser Kategorie zu stabilisieren, also für diejenigen, deren Stromverbrauch 25.000 kWh nicht übersteigt (d.h. die große Mehrheit der Luxumburger Haushalte und viele gewerbliche Kunden).

Seit dem 1. Januar 2023 hat dieser staatliche Beitrag die Rechnungen der Privatkunden deutlich gesenkt und so dazu beigetragen, die Kosten für die Energieversorgung auf dem Niveau von 2022 zu stabilisieren. Auch gewerbliche Kunden mit einem Jahresverbrauch von bis zu 25.000 kWh profitieren davon.

Die Energiekrise hat die Stromrechnung der Luxemburger Haushalte nicht belastet

Durch die Maßnahmen der Regierung konnte ein erheblicher Anstieg der Energiekosten und Netzentgelte für Haushalte vermieden werden. Nach Angaben des ILR zahlte der durchschnittliche Privatkunde im Jahr 2023 201,3 €/MWh zzgl. MwSt. (d. h. 0,2013 €/kWh zzgl. MwSt.) für die integrierte Stromversorgung, gegenüber 2022 202,9 €/MWh zzgl. MwSt. und 2021 198,8 €/MWh zzgl. MwSt. Die Energiekrise hatte also bisher keine Auswirkungen auf die Stromrechnung der Luxumburger Privatkunden.

Enovos: eine Einkaufspolitik, die die Verbraucher schützt

Der Energiemarkt hat sich in den letzten Jahren als äußerst volatil erwiesen. Unsere langfristige Einkaufsstrategie ermöglicht es uns, die starken Preisschwankungen auf den Märkten abzufedern. Dadurch werden unsere Kunden vor Preisspitzen geschützt und die Auswirkungen auf die Rechnung bei steigenden Marktpreisen geglättet und verzögert. Umgekehrt verzögert sich auch die Auswirkung auf die Rechnung, wenn die Marktpreise fallen.

Ohne diese Einkaufspolitik wäre die Stromrechnung in der Krise deutlich höher ausgefallen.

Heute kann man sagen, dass die Komponente „Energie“ auf Ihrer Stromrechnung ab Ende 2024 sinken wird.

Aber warum erhöht sich dann meine Rechnung im Januar 2025?

Falls die Stromrechnung der Privatkunden im Jahr 2025 tatsächlich steigt, dann vor allem deshalb, weil die Regierung auf dem Höhepunkt der Krise Maßnahmen ergriffen hat, um die Stromkosten der Haushalte zu stabilisieren.

Wie bereits erwähnt, werden die Energiepreise für die Kunden von Enovos ab Dezember 2024 sinken, ohne jedoch das Niveau vor der Krise zu erreichen, da sich die Anpassung des staatlichen Beitrags zum Kompensationsmechanismus sowie die Netzkosten auf die Rechnung der betroffenen Kunden auswirken werden.

Für Kunden mit einem Jahresverbrauch von mehr als 25.000 kWh wird die Rechnung hingegen sinken, da sie keinen Anspruch auf die staatliche Unterstützung hatten.

Würde die staatliche Intervention einfach abgeschafft, könnte der Anstieg der gesamten Stromrechnung nach Schätzungen von Statec bis zu 60 % betragen. Die Regierung hat jedoch ihre Absicht bekundet, die Intervention im Stromsektor beizubehalten, um bis 2025 die Hälfte dieses Kostenanstiegs für die Haushalte zu übernehmen.

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