Preisanstieg von Erdgas: Welche Auswirkungen hat das auf die Haushalte in Luxemburg?

Auf den europäischen und asiatischen Märkten steigt der Preis für Erdgas enorm an. Womit steht dieser Anstieg in Verbindung und welche Auswirkungen hat er auf die Verbraucher in Luxemburg?

#erdgas
Hausse du prix du gaz : quel impact pour les ménages luxembourgeois ?

Die Preise auf den Großmärkten

Seit einigen Monaten schießt der Preis für Erdgas auf den Großmärkten in die Höhe. Dieser beeindruckende Preisanstieg von Erdgas hat im Laufe des letzten Sommers begonnen. Im 4. Quartal 2021 ist der Preis für das erste Quartal 2022 auf 180 Euro pro Megawattstunde (MWh) gestiegen! Der Preis für die Versorgung im Februar entwickelt sich zurzeit auf ungefähr 80 Euro, was im Vergleich zu den Preisen in der Vergangenheit immer noch sehr hoch ist. Zum Vergleich: Anfang 2021 betrug der europäische Referenzkurs für die Versorgung im Februar rund 20 Euro.

Die Gründe für diesen Preisanstieg von Gas

Es gibt gleich mehrere Faktoren, die den derzeitigen Preisanstieg von Erdgas erklären. Allgemein ist es die bekannte Regel von Angebot und Nachfrage: Der Anstieg des Gasbedarfs in Europa und vor allem in Asien aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Rückgang wegen COVID19 hat die Preise steigen lassen.

Erdgas ist ein Saisonprodukt. In Europa steigt die Nachfrage jedes Jahr besonders im Winter. In dieser Jahreszeit ist der Heizbedarf auf unserem Kontinent höher. Normalerweise werden ab dem Frühjahr Gasreserven angelegt, um der stärkeren Nachfrage im Winter nachkommen zu können. Der Winter 2020/2021 war jedoch sehr lang und das Heizgas wurde bis Ende Mai aufgebraucht. Zu Beginn des letzten Winters waren die Gaslager daher leerer als üblich.

Gleichzeitig sieht sich Europa derzeit einem relativ geringen Angebot gegenüber. Ein Teil des hier verbrauchten Erdgases, das aus den skandinavischen Ländern, den Niederlanden oder auch Russland kommt, wird über Gasleitungen zu uns gebracht. Ein anderer Teil, das Flüssigerdgas (LNG), wird per Schiff transportiert. Die asiatischen Länder jedoch haben heute einen noch nie dagewesenen Bedarf an Gas, um ihren wirtschaftlichen Aufschwung nach Monaten des Abschwungs sicherzustellen. Ergebnis: In den letzten Monaten versorgten die LNG-Tanker vorzugsweise Asien, wo die Preise noch höher sind als in Europa.

Auswirkung auf die Verbraucher in Luxemburg

Ein Anstieg der Gastarife ist für den Verbraucher leider nicht abzuwenden, aber dieser ist weniger erheblich als der Anstieg der Großhandelspreise. Im Allgemeinen steuern die Energielieferanten ihre Einkäufe in strukturierter Weise über einen längeren Zeitraum und kaufen ihr gesamtes Gas nicht an einem einzigen Zeitpunkt. Die Einkäufe verteilen sich zeitlich. Ein Teil wird im Voraus gekauft, für ein Quartal, manchmal für ein Jahr, während ein anderer Teil kurzfristig eingekauft wird. Dieser strukturierte Einkauf trägt dazu bei, die Preisentwicklung für den Verbraucher abzuschwächen.

Bei Enovos begleichen Erdgaskunden ihren Verbrauch mit monatlichen Abschlägen auf der Grundlage einer Jahresschätzung. Bei der Abrechnung wird der tatsächliche Verbrauch mit der Schätzung verglichen und der Kunde erhält entweder eine Gutschrift oder bezahlt den Preisunterschied. Durch dieses System lässt sich der Preis auf das Jahr gesehen glätten. Bei der Direktbezahlung würde der Verbraucher im Sommer nur sehr wenig, im Winter aber viel bezahlen.

Durch die in die Höhe schießenden Preise sieht sich Enovos veranlasst, die monatlichen Abschläge seiner Kunden anzupassen. Die Preise auf dem Markt sind nämlich dermaßen gestiegen, dass die Abschlagszahlungen absolut nicht mehr den tatsächlichen Preisen entsprechen. Die monatlichen Abschläge mussten daher angehoben werden. Je nach Fall kann die Erhöhung erheblich sein.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?

Your page rank: